Achtung, Wasser – Die Gefahren der Wasservergiftung


Die Sonne scheint, es sind 30 Grad, die Handtücher sind eingepackt und auch unserer Fellnase steht mit einem extra Topf Wasser und dem Lieblingsspielzeug für den See nichts mehr zum gelungenen Badeausflug im Wege.
Obwohl wir unserem Gefährten nur Gutes tun möchten und ihn nach ausgiebigen Apportiereinheiten vor Dehydration schützen wollen, meinen wir es leider oft zu gut. Die Folgen von zu viel Wasserkonsum, wie man eine Wasservergiftung beim eigenen Liebling frühzeitig erkennt und wie man sich richtig verhalten sollte, verrät dir der folgende Artikel.

Zu viel Wasser – geht das überhaupt?


Wenn man zunächst von dem Begriff „Wasservergiftung“ hört, denken die Meisten sicherlich nicht an die Vergiftung durch zu viel, sondern durch verunreinigtes, abgestandenes oder absichtlich mit Giftködern versetztes Wasser.
Erst mit dem Fachbegriff der „Hyperhydration“ kommt Licht ins Dunkel, denn neben der Dehydration kommt es leider sehr schnell dazu, dass unser Liebling zu viel Wasser zu sich nimmt und wir dies – aktiv oder passiv – fördern.
Die empfohlene Wassermenge für den Hund liegt bei etwa 100 ml/kg Körpergewicht. Überschreitet unsere Fellnase diese Menge in hohem Maße – genaue Werte sind hier noch nicht erforscht – kommt es dazu, dass der Salzhaushalt des Tieres durcheinandergebracht wird. Durch weitere Flüssigkeitsaufnahme versucht das Tier nun die benötigten Elektrolyte zu kompensieren, das Wasser sammelt sich an und kann nicht mehr ausgeschieden werden – es entsteht ein Teufelskreis, welcher leider oft böse endet.

Wie beuge ich der Hyperhydration vor?


Wie man es macht, macht man es falsch. Das könnte man zumindest denken; Jahrelang wollte man das Tier durch ständige Wasserzufuhr und ausgiebige Badetage vor Dehydration und Überhitzung schützen – doch leider sind genau diese Verhaltensweisen oft Ursachen einer Wasservergiftung.
Den Hund ermuntern und dafür zu belohnen etwas zu trinken, wenn dieser offensichtlich keinen Durst hat, ist zwar gut gemeint, kann allerdings schnell zu einer Hyperhydration führen. Unser Liebling wird stets mehr trinken, um uns zu gefallen. Aber auch die unbemerkte Wasserzufuhr ist gerade im Sommer leider eine häufige Todesursache unserer Vierbeiner. Durch lange Schwimmeinheiten im Badesee oder im Meer gerät ständig Wasser ins Maul des Tieres, welches dieses verschluckt.
Gerade durch Spielzeuge, welche apportiert werden, steht das Maul stets offen, was eine noch höhere Wasseraufnahme zur Folge hat. Sicherlich muss nicht komplett auf die Wasserspiele verzichtet werden – zwei bis drei Würfe und zwischenzeitliche Pausen zum Urinieren sind ungefährlich und dürfen auch weiterhin Spaß machen.
Genauso sollte unser Tier jedoch beim Spielen mit dem Gartensprenger und dem Wasserhahn kontrolliert werden. Stundenlanges Tollen durch den Sprenger und ausgiebige Spiele mit dem Gartenschlauch sollten unbedingt vermieden aber vor allem immer überwacht werden.

Wenn es zu spät ist – Symptome und das richtige Verhalten


Wenn du diesen Artikel erst lesen solltest, nachdem dein Hund einige der folgenden Symptome aufzeigt, ist es für dich nun äußerste Zeit zum Tierarzt zu fahren, denn leider ist mit einer Wasservergiftung nicht zu spaßen.
Ca. 2/3 der betroffenen Tiere sollen einer Hyperhydration erliegen, so Tierärzte. Achte auf dem Weg zum Tierarzt darauf, dass deine Fellnase genügend Natrium zu sich nimmt, indem du ihm ein salziges Leckerli gibst.
Vor allem bei kleinen und schlanken Tieren ist schnelle Hilfe nötig; Innerhalb von 2-3 Stunden sollte ein Tierarzt konsultiert werden, bei großen und stämmigen Vierbeinern mit mehr Körperfettanteil ist eine Zeitspanne von 7 Stunden nicht zu überschreiten.
Solltest du nicht sicher sein, ob dein Tier an einer Wasservergiftung leidet, helfen folgende Symptome zur Bestimmung:

  • Starkes Zittern
  • Wanken, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
  • Erbrechen und Krämpfe
  • Unruhe
  • Trägheit
  • Blähbauch
  • Unkontrolliertes Urinieren
  • Veränderungen der Schleimhäute und der Pupillen
  • Vermehrter Speichelflus

Je nach Stadium der Vergiftung sind nicht alle Symptome gleich am Anfang zu erkennen. Auch wenn nur wenige dieser Symptome auf die deines Tieres zutreffen sollten, sie sich mit anderen Anzeichen paaren oder von genannten abweichen, zögere bitte nicht sofort einen Tierarzt aufzusuchen und diesem die Situation genau zu erklären.
Bei einer solch ernsten Vergiftung ist es besser den Tierarzt einmal mehr zu konsultieren, als einmal zu wenig.

Fazit


Wenn du nun Angst hast, deinen Gefährten noch einmal schwimmen gehen zu lassen, ihm bei starkem Hecheln kein Wasser mehr geben möchtest oder die Pflanzen nicht mehr gießt, in Sorge dein Schatz könnte in den Strahl beißen, dann sei beruhigt; Wenn du dich an die genannten Tipps hältst und deinen Vierbeiner in Maßen, mit vielen Pausen und genügend salzigen Happen schwimmen lässt, wird ihm so schnell nichts passieren.
Erzähle gern auch den Hundehaltern in deiner Umgebung von den Gefahren der Hyperhydration und lass sie an deinem Wissen teilhaben, um weiteren Vergiftungen und Gefahren in den nächsten Jahren weitestgehend aus dem Weg gehen zu können.

Wie achtest du auf den Wasserkonsum deines Hundes?



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